Muttertag 2013

Gutes Ergebnis für Blumengroßhandel: Mehr Menge bei stagnierendem Preisniveau

Ungeachtet einiger politischer und gesellschaftlicher Strömungen, die den Muttertag eher als unzeitgemäß betrachten und diesen Ehrentag der Mutter aus dem Kalender streichen möchten, spricht das Ergebnis im Blumenhandel eine völlig andere Sprache. Offensichtlich findet es die überwiegende Mehrheit der Menschen in unserem Land angebracht, ihrer Mutter traditionell am zweiten Sonntag im Mai mit einem Blumenstrauß Dank und Anerkennung zu zollen.

bunter_StraußSo lautet zumindest das Ergebnis einer ad-hoc Befragung unter repräsentativ ausgewählten Mitgliedsbetrieben des Verbands des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels e.V. (BGI), mit dem aktuell die Umsatzergebnisse zum Muttertag ermittelt wurden. Das Ergebnis dieser Umfrage zeigt klar, dass der Blumengruß zum Muttertag nach wie vor hoch im Kurs bei den Deutschen steht. Dementsprechend zufrieden sind die deutschen Blumengroßhändler mit der Verkaufsergebnis des Muttertags 2013.

Die erste Einschätzung der befragten Großhändler zum Geschäftsverlauf lautet „zufrieden“ bzw. „eher zufrieden“. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen die Großhändler zum Muttertag 2013 eine tendenziell positive Entwicklung beim Mengenumsatz. Allerdings konnten die befragten Großhändler das hinsichtlich der Preisentwicklung nicht bestätigen. Zwischen Flensburg und Berchtesgaden sowie von Düsseldorf bis Cottbus stagnierten die Preise überwiegend auf Vorjahresniveau oder entwickelten sich regional sogar leicht negativ. Somit war hauptsächlich der höhere Mengenumsatz ausschlaggebend für die letztlich doch noch zufriedenstellenden Muttertagsgeschäfte der Blumengroßhändler.

Wie gewohnt und schon bei der Befragung zum Valentinstag festgestellt, gab es auch im Muttertagsgeschäft teils deutliche regionale Unterschiede. Während im Süden der Republik Rosen sehr gut verkauft wurden, gehörten sie im Rest des Landes eher nicht zu den favorisierten Blumen, die man der Mutter schenkt. Auffallend ist in diesem Zusammenhang, dass fair gehandelte Rosen mehr in Großstädten als in ländlichen Regionen nachgefragt wurden. Bei den Farben dominierten in diesem Jahr Lila und Rosa oder alternativ ganz bunte Sträuße. Lediglich in den südlichen Bundesländern spielten Weiß und Rot auch eine erwähnenswerte Rolle bei der Zusammenstallung der Sträuße. Die Mehrheit der befragten Großhändler führt das auf die intensive Werbung der Fleurop zurück. Aufgrund ihrer Werbemacht ist die Fleurop ein Trendsetter an dem sich viele Konsumenten bei der Auswahl des Muttertagsstraußes orientieren. Der Einzelhandel hat sich darauf eingerichtet und die dementsprechenden Blumen und Farben im Großhandel geordert. Auch wenn einige Großhändler die Zusammenstellungen der Fleurop als „teils etwas eigenartig“ kritisieren, so besteht doch Einigkeit darüber, dass diese intensivierte Werbung vor Muttertag positive Auswirkungen auf das Geschäft hat.

Wenngleich wenn das diesjährige Muttertags-Ergebnis keinen Grund zu übermäßigem Jubel bietet, so ist der Blumengroßhandel dennoch zufrieden und sieht seine Erwartungen erfüllt bis, regional bedingt, teils sogar übererfüllt. Der Muttertag ist somit nach wie vor ein sehr wichtiger Kaufanlass für die Branche, weil er ein bedeutsamer Tag für viele Menschen ist.

Dennoch kann im Rahmen einer konsumkritischen Diskussion in den Medien beobachtet werden, dass der Muttertag als Ehrentag auch auf Ablehnung stößt. Inwieweit dies eine rein intellektuelle Diskussion ist oder ob dies auch in breiten Kreisen der Bevölkerung so gesehen wird, muss weiter beobachtet werden. Hier ist die Grüne Branche aufgefordert, gemeinsam rechtzeitig gegenzusteuern und sich zu positionieren. Blumen zum Muttertag dürfen nicht als Symbol für ein vermeintlich überkommenes Lebensmodell missbraucht werden, sondern müssen auch für folgende Generationen das bleiben, was sie tatsächlich sind: ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung. Die Radio-Muttertagskampagne des Blumenbüros Holland hat dies bereits in bemerkenswerter Weise getan.


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